Vulkanismus
Vulkane auf La Palma
Mit einem deutlichen Kontrast zwischen den Kiefern- und Lorbeerwäldern im Norden und der dürren Vulkanlandschaft im Süden, ist La Palma noch in einem Entwicklungsstadium, das sich durch sehr schnelles geologisches vulkanisches Wachstum auszeichnet. Das Gleichgewicht der Insel wird durch in den Meeresgrund gestürzte gigantische Inselblöcke aufrechterhalten.
Die Insel entstand mit dem Aufstieg eines Teilstücks der ozeanischen Kruste, aus dem sich im Laufe im vieler vieler Jahre durch vulkanische Tätigkeit die Caldera de Taburiente und Cumbre Nueva und später die Cumbre Vieja bildeten.
Vulkane auf La Palma
Die räumliche Anordnung der Entwicklung ihrer vulkanischen Tätigkeit erlaubt es, zwei gut differenzierte geomorphologische Bereiche zu erkennen: das nördliche Gebirgsmassiv und der vulkanische Bergrat im Süden. Das nördliche Massiv wurde durch eruptive Episoden gebaut, gegen welche die Erosion ununterbrochen gewirkt hat. Die kuppelförmige Gestalt sowie sein elliptischer Grundriss sind auf die Interaktion tektonischer Muster – Nordost-Südwest, Nordwest-Südost-und Nord-Süd – zurückzuführen. Die südliche Zentralbergkette zeigt ein längeres Bestehen der eruptiven Tätigkeit, dort haben sich auch alle Vulkanausbrüche ereignet, die auf der Insel in historischen Zeiten stattgefunden haben. Ihre Struktur ist einfacher, ihre Geomorphologie ist jedoch vielfältiger aufgrund der Art der Eruptionen. Die geradlinige Anordnung des Berggrates wird durch das tektonische Nord-Süd Muster erklärt. Das Zentralgrat ist von einer Anhäufung relativ junger und gut erhaltener vulkanischer Kegel gekennzeichnet, von welchen sich unzählige, sehr flüssige Lavaergüsse ausbreiten. So bildeten sich die Hänge, die die Form eines Satteldachs aufweisen.
Die Verschiebung der vulkanischen Aktivität in südliche Richtung gibt reichlich Aufschluss über die Landschaft der Insel, da sie einzelne Gebiete durch den Einfluss von vulkanischen Prozessen bzw. Regenfälle geprägt hat. Es handelt sich dabei um Prozesse, die sich nicht nur durch ihren Ursprung unterscheiden, sondern auch weil sie sich in einer andersartigen zeitliche Dynamik entwickeln, was zu erheblichen Veränderungen in der Landschaft führt, sogar innerhalb kürzester Zeit. Damit sorgen sie für Unstetigkeit in der Entwicklung der menschlichen Tätigkeiten und, wegen ihrer langsamerer Anpassung an die neu geschaffenen Umweltbedingungen, in der Entstehung der pflanzlichen Landschaft.
Die Tatsache, dass in den letzten 500 Jahren sieben Vulkanausbrüche stattgefunden haben, hat gezeigt, dass der Vulkan Cumbre Vieja die Insel La Palma zu einem der vulkanisch aktivsten Gebiete der Erde macht. Die letzte Eruption war der Vulkan Teneguía in der Gemeinde Fuencaliente in 1971, es war der letzte Vulkanausbruch in Spanien.
Dies alles hat ein wahres Paradies für Liebhaber der Vulkane und auch für die Wissenschaftler gebildet. Im Norden haben 2 Millionen Jahre alte Lavaströme zusammen mit der Erosion eine zerklüftete, wilde Landschaft geschaffen, die im krassen Gegensatz zu dem vulkanischen Land im Süden steht, wo die vielfältige Landschaft gespickt ist von Kegeln und Kuppeln, wo man noch heissen Boden berühren kann und der Schwefelgeruch alles durchdringt. Die Vulkane von Martín (1646), San Antonio (1677), El Charco (1712), San Juan (1949) und Teneguía (1971) haben weite Lavafelder hervorgebracht, an denen die Zeit kaum Spuren hinterlassen hat. An diesem überwältigenden Ort siedelten sich langsam Pflanzen, Heuschrecken, Käfer und Eidechsen an.


